Chronik

(aus der Festschrift 1997)

Nach den Wirren des 2. Weltkrieges, als sich in unserem Vaterland nach dem totalen Zusammenbruch die geistigen Kräfte wieder regten, waren es auch in unserer Gemeinde einige Männer, die es sich zum Ziel setzten, das sportliche Leben wieder erwachen zu lassen. So setzten sich denn auch die Sportkameraden Geillinger Hans, Freisleben Fritz, Manner Rudolf, Görlich Gerhard, Kania Josef, Mitschke Arno sen., Aufheimer Franz und die Gebr. Königsdorfer in der Möbelwerkstatt der zuletzt genannten zusammen und beschlossen, in Genderkingen den Sportverein als Nachfolger der schon vor dem Krieg tätig gewesenen DJK wieder zum Leben zu erwecken.

Zu der in der Gastwirtschaft „Zum Zoll“ am 21. November 1947 einberufenen Gründungsversammlung fanden sich 47 sportinteressierte Männer zusammen, die den Sportverein Genderkingen aus der Taufe hoben.

Die erste Vereinsvorstandschaft setzte sich wie folgt zusammen:

1. Vorsitzender Geillinger Hans
2. Vorsitzender Mitschke Arno
Schriftführer    Capek Roman
Kassier            Haller Hans

Da seinerzeit das Interesse ausschließlich dem Fußball galt, wurde eine Fußballmannschaft aufgestellt, die anfangs auf dem Riegel-Anger und zwischendurch im Garten des Sportkameraden Wagner Sebastian spielte, bis man im August 1950 im Zuge der Flurbereinigung mit Unterstützung der Gemeinde den Sportplatz hinter dem Gasthof „Zum Zoll“ zur Verfügung gestellt bekam.

Für die ersten Auswärtsfahrten stellte Königsdorfer Josef seinen Traktor nebst Anhänger zur Verfügung. Gespielt wurde mit einem Ball, den Geillinger aus Berlin nach Genderkingen mitbrachte und die Spieler hatten höchstens Turnschuhe oder Arbeitsschuhe zur Verfügung. Die ersten Trikots wurden in einer kleinen Wollstrickerei aus Neuburg/Do. durch Abgabe von Butter, Fett und Fleisch beschafft, während die ersten Fußballschuhe aus der Werkstatt von Anton Mayr, Mertingen stammten. Das erste Fußballspiel überhaupt wurde gegen Oberndorf ausgetragen.

Bei der Platzeinweihung durch Pfarrer Jaumann 1953 wurde ein Pokalturnier mit 4 Mannschaften ausgetragen.

Die Sportanlage wurde 1961 um ein Behelfsheim mit einfachsten Umkleidemöglichkeiten erweitert und diente dem Spielbetrieb bis 1971.

Die durch die Initiative von Schwarzkopf Karl ins Leben gerufene Damen-Handballmannschaft konnte sich nur geraume Zeit halten. Ebenso ging es der Sparte Schach, die unter dem Vorsitz von Lehrer Maier Josef nach kurzer Zeit einen eigenen Schachverein gründete.

In dieser Zeit spielten die Fußballer bereits in einer 1. Mannschaft und Reserve, sowie einer Jugend- und Schülermannschaft mit wechselhaftem Glück.

Die in den Folgejahren ins Leben gerufenen Sparten Leichtathletik und Tischtennis konnten sich ebenso wenig halten, da die geeigneten Führungskräfte nicht gefunden werden konnten.

Die Pflege des Fußballs brachte 1967/68 durch die Teilnahme am DFB-Vereinspokal einen Höhepunkt, als es unserer Vertretung gelang, bis in die 4. Runde vorzustoßen und erst in einem denkwürdigen Spiel gegen Dillingen/Do. ausscheiden musste.

Drei ehrenvolle Berufungen durch den Verband hatte der Verein 1970 und 1971 mit Mitschke Anton, Reichherzer Andreas und Klaus, als diese 3 Schüler als Auswahlspieler antreten konnten. Außerdem nahm Mayr Andreas an einem DFB-Lehrgang teil.

Da das Sportplatzgelände von der Gemeinde im Jahr 1971 für lndustriezwecke veräußert wurde, musste eine neue Anlage geschaffen werden. Der Verein war nunmehr gezwungen, den Spielbetrieb in den Jahren 1971 bis 1975 auf verschiedenen Ausweichplätzen in Donauwörth und Nordheim sowie auf einer Wiese beim Anwesen Wagner Franz durchzuführen.

Die Planung für das neue Sportplatzgelände an der Pumpwerkstraße, das uns von der Gemeinde überlassen wurde, begann bereits im Jahre 1973. Im Rahmen eines Sportfestes wurde die neue Anlage am 8. August 1976 feierlich eingeweiht.

Herausragende Akteure, die durch Ihren besonderen Einsatz dazu beigetragen haben, den Sportplatzbau zu ermöglichen, waren die Kameraden:

Fischer Alfons, Schreiber Martin, Greif Max, Herb Xaver, Fieger Mathias, Strobl Hermann, Östreicher Anton, Wagner Franz, Wagner Josef, Wagner Sebastian und Czerny Karl.

Bereits zu diesem Zeitpunkt war die notwendige Errichtung eines Vereinsheimes geplant, die Arbeiten hierfür konnten im August 1979 begonnen werden. Hierbei erwarben sich die Sportkameraden Greif Max, Herb Xaver, Heitz Wilhelm, Langer Siegfried, Liedl Franz und Schreiber Martin durch zahlreiche freiwillige Arbeitsstunden besondere Verdienste.

Darüber hinaus sei der Gemeinde Genderkingen sowie den beteiligten Firmen Weigl, Furtmeier, Wanner & Freisleben, Böck und Wilde für ihre Unterstützung im Rahmen der anfallenden Arbeiten recht herzlich gedankt.

Ein weiterer Höhepunkt stellte das Erreichen der 6. DFB-Pokalrunde in der Saison 1979/80 dar, wobei namhafte Gegner wie der TSV Wemding, Schwörsheim und der TSV Rain ausgeschaltet werden konnten und sich die Mannschaft erst dem Bezirksligateam aus Gersthofen geschlagen geben musste. Weiterhin beteiligten sich eine 1 b-Mannschaft sowie 4 Jugendmannschaften mit wechselndem Erfolg am Spielbetrieb in ihren Gruppen.

Der Verein bemühte sich in den Folgejahren, einer steigenden Mitgliederzahl - der Bestand konnte von 1976 bis Ende 1986 um 209 auf nunmehr rd. 370 gesteigert werden - durch ein entsprechend breit gefächertes Angebot gerecht zu werden. So wurden im Herbst 1982 eine Stockschützenabteilung und eine Skiabteilung gegründet, 1986 kam eine Abteilung „Freizeitangeln“ hinzu und in Frühjahr 1987 wurde eine Fitnessabteilung ins Leben gerufen. Weiterhin ist unsere Damengymnastik bereits seit 1976 recht aktiv tätig.

Parallel hierzu verlief auch die Ausweitung der Sportanlage mit der Installation der Flutlichtanlage (1981), dem Bau der Stockschützenbahn (1983) und dem Neubau des Geräte- und Übungsraums (1986).

   
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